"Spiel des Lebens"

Es geht in dem Theaterstück „Spiel des Lebens“ um weibliche und männliche Kandidaten, die sich bei einem Casting für die Rolle von Henry V. bewerben. Beim Casting stellen sich die Kandidaten die Frage, ob eine Frau überhaupt die Rolle eines Mannes übernehmen kann? Und wie männlich sollen die Bewerber überhaupt spielen?

Müssen wir uns in der heutigen Zeit diese Fragen überhaupt noch stellen? Offenbar, wie das Stück humorvoll zeigt. Das Ziel der Vorführung war es, Fragen zu Identitäten und Geschlechterrollen anzuregen. Den Schüler*innen des Kurses war es wichtig, mit Hilfe des dramaturgischen Kniffs des Castings die immer noch bestehende Ungleichheit zwischen den Geschlechtern anzusprechen. Frauen sollen nicht ausgeschlossen oder benachteiligt werden. Leider ist es so, dass Frauen und Männer überall auf der Welt immer noch nicht gleichgestellt sind. In einigen Ländern wird Frauen die Möglichkeit auf Bildung verweigert. Selbst in Deutschland ist es so, dass Männer 21% mehr verdienen als Frauen. In dem gleichen Beruf sind es immer noch 6% weniger für die Frauen.

Am Anfang der Aufführung war es teilweise etwas schwierig, sich in das Geschehen einzufinden, doch im Laufe des Stücks hat sich diese Verwirrung gelegt.

Wer am Ende des Castings die Rolle von Henry V. bekommt, bleibt offen. Die Zuschauer sollen selbst über das Ende nachdenken. Einige der Schauspieler*innen sagten, dass sie gemeinsam im Kurs über das Ende diskutiert und sich für das offene Ende entschieden hätten.

Ich empfand das Stück als sehr kurzweilig. Trotzdem hat es mich zum Nachdenken angeregt. Die Zuschauer*innen haben die Aufmerksamkeit nicht verloren und konnten dem Stück folgen. Dem Lachen des Publikums nach zu urteilen wurde auch der Humor verstanden.

Schon vor zwei Jahren hat unsere Schule in Zusammenarbeit mit dem Gorki-Theater mit dem Projekt „Stören2“ Geschlechterrollen, Körperbilder sowie Selbst- und Fremdbestimmtheit thematisiert. Beide Stücke haben viel positives Feedback bekommen.



 Selin Yel

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