Kein Platz für Rassismus und Antisemitismus – Das "re_minder"-Projekt

Frau Nicklisch und Frau Schmidt hatten uns zu dem Projekt eingeladen. Wir waren uns nicht ganz sicher, ob wir überhaupt teilnehmen sollten, denn man verpasst vier Tage Unterricht und muss den Stoff nachholen. Schließlich haben wir doch mitgemacht. Im Laufe der folgenden Tage waren wir so begeistert von dem Projekt, dass wir uns gefragt haben, warum wir eigentlich erst nicht mitmachen wollten.

Tag 1 - Kennenlernen
Als erstes bekamen wir Informationen über das Projekt und was uns die nächsten Tage alles erwarten wird. Geleitet wurde das Ganze von zwei Pädagogen, die bereits ähnliche Projekte wie diese durchgeführt haben. Der eine hat zum Beispiel einen Rap-Workshop zum Thema Antidiskriminierung in Songtexten an unserer Schule gemacht.
Der erste Tag begann mit einem Spiel zum Kennenlernen. Danach ging es schon an die erste Aufgabe: Wir sollten alles aufschreiben, was uns zu den Wörtern Rassismus, Antisemitismus und Kolonialismus einfällt. Kolonialismus ist Beherrschung eines Landes durch ein Volk aus einer anderen Kultur gemeint sein soll. Wir haben lange über diese Begriffe diskutiert, um uns dem Thema von verschiedenen Perspektiven anzunähern.
Dann bekamen wir ein Foto von einer Frau und einem Mann. Es war klar, das sind die Personen, die wir am Ende dieses Projektes interviewen werden. Aber wer sie sind, wurde uns nicht gesagt. Die Aufgabe war, uns vorzustellen, wer die Person sein könnte und sie aus unserer eigenen Perspektive vorzustellen. Aus diesen kurzen Präsentationen sollten wir Fragen heraussuchen, die wir Ihnen im Interview gerne stellen würden.

Tag 2 und 3 - Wer ist wer??
Endlich wurde die erste Person auf dem Bild aufgelöst, ein sympathischer älterer Mann. Interessant war nicht nur sein Name, er heißt Israel Kaunatjike, sondern auch seine persönliche Geschichte: er ist ein Herero. Die Herero sind eine Volksgruppe in Namibia. Viele ihrer Vorfahren wurden 1904 von deutschen Kolonialherren ermordet. Israel Kaunatjike lebt seit 50 Jahren in Deutschland. Er setzt sich noch heute für eine Entschädigung und eine Entschuldigung der Bundesregierung Deutschlands zu den Geschehnissen damals ein.
Das zweite Bild zeigte Anetta Kahane. Sie ist Jüdin und heute Vorstandsvorsitzende der „Amadeu Antonio Stiftung“, die gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus kämpft. Während des Nationalsozialismus sind ihre Eltern mit ihr nach Lateinamerika geflohen. Später kamen sie zurück nach Deutschland und lebten in der DDR.
Wir haben uns mit Hilfe von Videos und Biographien ausführlich mit unseren beiden Interview-Partnern und ihrer Vergangenheit beschäftigt. Zum Beispiel haben wir ein Musikvideo von dem Rapper Matondo über Kolonialismus oder eine Dokumentation über Anetta Kahane angeschaut.  Daraus haben wir Fragen formuliert und für die Interviews geprobt.  Wir waren in der Gruppe, die Anetta Kahane befragen wollte.

Der Tag, auf den wir alle gewartet haben…
An diesem Morgen haben wir uns vor der Amadeu Antonio Stiftung von Anetta Kahane getroffen. Anetta Kahane hatte nicht viel Zeit, schließlich betreibt sie eine ganze Stiftung, deswegen mussten wir zügig arbeiten. Wir wurden durch eine professionelle Filmemacherin, die den Film am Ende schneidet, in die Technik eingewiesen. Eine/einer war für den Ton verantwortlich, während der/die Andere Frau Kahane interviewt hat.
Die Geschichte von Anetta Kahane war sehr interessant und zugleich berührend. Sie selbst war natürlich sehr professionell, es ist ja nicht ihr erstes und bestimmt auch nicht ihr letztes Interview. Zum Schluss hat sie uns durch ihre Stiftung geführt und uns verschiedene Bereiche ihrer Arbeit vorgestellt.
Das Interview mit Israel Kaunatjike war anscheinend genau so cool und interessant.

Auch wenn wir am Anfang unentschlossen waren, bei diesem Projekt mitzumachen, es hat sich definitiv gelohnt! Wir haben gelernt, wie man ein professionelles Interview führt, und viel mitgenommen, was wir in der Schule oder sonst in unserem Leben immer wieder gebrauchen können. Wir waren eine supercoole Gruppe und hatten sehr nette Pädagogen, die uns nicht eine Sekunde das Gefühl gegeben haben, als wären sie unsere Lehrer. Hier noch einmal ein ganz großes Dankeschön an sie!   
Über den Inhalt unseres Interviews verraten wir nicht viel, weil wir euch nichts spoilern wollten. Für alle, die wissen möchten, was aus den vier Tagen Arbeit rausgekommen ist: schaut euch den Kurzfilm dazu an, der spätestens im Februar veröffentlicht wird und dann auch auf unserer Homepage verlinkt sein wird. Also schaut einfach nach!

Enya Zengin und Ceren Aydin

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