Snowboard-Fahrt nach Tirol

Snowboard-Fahrt nach Tirol

Eine Woche in Österreich verbringen und Snowboard fahren lernen... Als wir von diesem Angebot erfuhren, waren sehr viele von uns so fasziniert davon, dass sie unbedingt mitfahren wollten. Und 20 von uns hatten das Glück, mitfahren zu dürfen. Nun denkt ihr euch vielleicht, dass es nur eine „just for fun“-Fahrt ist. Nein! Diese Fahrt ist nicht wie eine 'normale' Klassenfahrt, bei der es darum geht möglichst viel Spaß zu haben, mit der Klasse zusammen zu wachsen oder auch die letzte Woche zusammen zu genießen. Bei uns ging es in erster Linie darum, am Ende der Woche sicher auf dem Board stehen und natürlich auch fahren zu können. Denn am Ende der Woche legten wir zwei praktische Prüfungen und einen Test ab, da dieser Kurs auch später in das Abiturzeugnis als Sportkurs eingebracht werden kann. Natürlich ist zu erwähnen, dass wir auf dieser Fahrt extrem viel Spaß hatten und die Gruppe auch sehr gut zusammen gewachsen ist. Weil es verbindet, gemeinsam etwas Neues zu lernen und an seine Grenzen auszuloten. Am liebsten würden wir die Fahrt sogar wiederholen!

Tag 1 – Anreise und Ankunft
Heute war es endlich so weit! Die Fahrt stand an! Am morgen trafen wir uns um 07.30 Uhr am Ostbahnhof und wurden da von unserem Reisebus abgeholt, der uns bis ans Ziel brachte. Als der Bus dann mit einer kleinen Verspätung ankam, begann die Reise kurz vor neun endlich. Gemeinsam mit einer Köpenicker Schule nahmen wir die Reise auf uns und kamen gegen 19.00 Uhr in der Pension Haflingerhof an. Ein kleiner Ort, recht ruhig, mit einem kleinen „Bauernhof“ neben der Pension. Angekommen legten wir unsere Koffer in unsere Zimmer und gingen zuerst runter zum Abendessen, da viele nach der langen Reise natürlich auch Hunger hatten. Anschließend ging es gleich weiter mit dem Theorie-Unterricht, den jeden Abend jeweils zwei Schüler_innen gestalteten. Das Thema des heutigen Theorieunterrichts war die Ausrüstung und das Material. Damit wir am nächsten Tag nicht komplett ahnungslos sein sollten, stellten uns zwei Schüler das Snowboard vor, was sich genau darauf befindet und wie die wichtigsten Teile darauf heißen. Anschließend bekamen wir noch einen kleinen Ausblick auf den nächsten Tag. Als wir dann frei hatten, machten wir uns natürlich alle erst mal nach der langen Reise frisch und genossen den restlichen Abend vor der Bettruhe, die übrigens um 22 Uhr war. Am ersten Abend jedoch entdeckten einige Schüler_innen kurz vor der Bettruhe Durchgangstüren im Balkon zu den Balkonen unserer Mitschüler_innen und nutzten dies am ersten Abend natürlich auch aus. Es gab also regen Besuch zwischen den Zimmern.   

Tag 2 – Materialausleihe und Snowboard entdecken
Nach einer kurzen Nacht startete der Tag auch recht früh: Ab 06:30 Uhr ab es Frühstück, um 07:30 Uhr fuhr unser Bus ab. Als erstes ging unsere Reise zur Materialausleihe. Jeder von uns bekam dort die Boots, das Snowboard und einen Helm für die Woche ausgeliehen. Als wir dann auch so weit waren, dass jeder seine Materialien hatte, fuhren wir mit dem Bus weiter zur Piste, erhielten unsere Pistenkarten und die Woche konnte endlich so richtig starten: Nach dem zwei von uns die Erwärmung übernommen haben, die übrigens auch bewertet wurde, teilten wir uns in zwei Gruppen. Zehn von uns waren bei Frau Roschke und Herrn Kaiser, die anderen zehn bei Herrn Behrens und Anja. Uns wurden zuerst logischerweise die Basics beigebracht bzw. noch mal erklärt: Wie schnalle ich mich richtig an; wie stehe ich überhaupt auf und wie stehe ich vor allem auf einem Board ohne wegzurutschen? Nach dem wir dann endlich so weit waren und es alle einigermaßen verstanden hatten, durften wir auch schon sehr kurze Strecken fahren. Diese Übungen unterbrachen wir, als die Mittagspause anstand. Nach der Mittagspause bekamen wir beigebracht, wie wir richtig bremsen und machten dazu einige kleine Übungen. Und der Tag verging wie im Flug, denn viel mehr schafften wir dann auch nicht mehr. Als wir wieder in unserer Pension ankamen, hatten wir ein bisschen Zeit für uns, bevor es zum Abendessen ging. Und zum Abschluss des Tages gab es noch eine Theorieeinheit. Davor machten wir „spielerisch“ eine Auswertung zum heutigen Tag und bekamen Input zu den FIS1 Regeln (FIS = Fédération international de ski). Das sind Regeln, die jeder auf der Piste kennen sollte, um sich und die anderen auf der Piste nicht zu gefährden. Zu aller Letzt gab es wieder einen Ausblick auf den nächsten Tag und noch eine halbe Stunde Freizeit.

Tag 3 - Kurvenfahren
Das Ziel dieses Tages war es Kurven fahren zu lernen. Zu aller erst wärmten wir uns natürlich auf. Nach der Aufwärmung machten wir einige unterschiedliche Übungen zum Bremsen, damit wir das erst mal sicher beherrschten und 'meisterten' dann unsere ersten Abfahrten. Anschließend wurde uns erklärt, wie man die Kurven richtig fährt. Und dann ging es für uns auch an die Sache. Unser Motto dabei: Learning by doing. Wir probierten, fielen, standen auf und machten weiter. Und wenn man dann mal an einem Punkt war, bei dem man nicht mehr sonderlich viel Motivation hatte, kamen die anderen und motivierten einen gleich wieder. Aufgeben war für keinen eine Option. Wir übten und übten den ganzen Tag. Die einen von uns beherrschten die Kurven schon nach relativ kurzer Zeit sicher und die anderen, wie ich brauchten etwas länger. Zwischenzeitlich gab es dann auch Mittag essen und den restlichen Mittag bis zum Nachmittag verbrachten wir damit die Kurven zu lernen. Als wir dann zurück in unsere Pension fuhren, hatten wir wieder Zeit für uns, die die einen mit Schneeballschlachten verbrachten, die anderen damit Tischtennis und Billard zu spielen (…) Und wie immer gab es dann am Abend noch eine Auswertung des Tages, Theorieunterricht zum Thema „Einstieg in den Wintersport“ und natürlich einen Ausblick für den nächsten Tag. Die letzte Stunde vor der Bettruhe wurde auch noch mal von vielen genutzt, um sich ein wenig auszutoben beim Tischtennis, Billard (…)

Tag 4 – Verbessern der Steuerqualitäten und einfache Slopestyle Elemente
Der heutige Tag war etwas individueller. Wir fuhren an dem Morgen an eine andere Piste als sonst. Als wir mit der Gondel oben ankamen, machten wir einige Erwärmungsübungen und fuhren dann die Piste ab. Dabei teilten wir uns in zwei Gruppen, damit die einen einerseits nicht zu lange warten musste und sich die anderen, die etwas länger brauchten, andererseits nicht durch die anderen unter Druck gesetzt fühlten. Hier probierten wir vieles aus und lernten dazu. Ich konnte an dem Tag zum Beispiel das frontside Kanten und generell das Bremsen noch einmal üben, da ich dabei große Probleme hatte. Wir bekamen also die Möglichkeit während der Fahrt an unseren Fehlern und Problemen zu arbeiten. So verging unser Vormittag. Anschließend fuhren wir zu unserem Restaurant um dort zu Mittag zu essen und blieben auch gleich dann bei der Piste dort. Während die einen lernten mit dem Tellerlift zu fahren, wiederholten die anderen entweder die Sachen, die wir die Tage zu vor lernten oder lernten einige neue Sachen dazu. Am Abend bekamen wir dann im Theorieunterricht wichtiges zum Thema „Unfallmanagement“ beigebracht. Also wie verhalte ich mich richtig im Falle eines Unfalls, wenn es eine verletzte Person gibt und ähnliches.  

Tag 5 - Prüfungsvorbereitungen
Desto mehr sich die Fahrt sich dem Ende nährte, desto näher rückte auch der Prüfungstag. Auch am heutigen Tag ging es für uns an die Piste, bei der wir am vorherigen Tag waren. Wir lernte unterschiedliche Gelände kennen und fuhren bis zum Mittag auch die Pisten herunter. Dabei versuchten wir immer wieder das gelernte der letzten Tage anzuwenden: richtig bremsen, frontside Kanten, Kurven fahren... Nach dem Mittagessen hatten wir einige Stunden Zeit, um uns noch mal richtig auf die Prüfungen vorzubereiten. Die einen nutzten diese Chance noch mal intensiv aus, während die anderen etwas lockerer an die Sache gehen konnten, da sie schon so gut wie alles beherrschten, was wir in der Woche alles gelernt haben. Als wir dann am Nachmittag noch mal in die Pension zurück fuhren hatten wir wieder Zeit für uns, bevor dann das Abendessen anstand und anschließend auch der Theorieunterricht. In dieser Theoriestunde stellten uns zwei Schülerinnen einiges zum Thema „Faszination Snowboarden“ vor. Dabei gingen sie auf die Grundidee und die Geschichte vom Snowboarden ein. Anschließend gingen eine Gruppe von Schülern und Schülerinnen auf einen kleinen Abendspaziergang, bevor die Bettruhe wieder anstand.

Tag 6 – Prüfungstag und letzte Abfahrten
Langsam neigte sich die Woche leider auch schon dem Ende zu. Heute war unser letzter Tag in Österreich und die Prüfungen, auf die wir uns diese Woche vorbereitet hatten, standen an: Am morgen, nach dem Frühstück fuhren wir wieder zur Piste. Nach dem wir uns erwärmten, bekamen wir ca. eine Stunde, um uns auf die beiden praktischen Prüfungen vorzubereiten. Diese Stunde nutzten wir natürlich alle intensiv, da alle von uns möglichst gute Ergebnisse erzielen wollten... Als die Vorbereitungsstunde dann zu Ende war, teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Die eine Gruppe absolvierte zuerst die Prüfung mit dem Kurvenfahren und die andere Gruppe wurde währenddessen auf das freie Abfahren (evtl. mit „Tricks“) geprüft. Anschließend tauschten wir die Gruppen und erfuhren gleich im Nachhinein auch die beiden Noten. Da wir noch Zeit hatten, fuhren wir mit den Gondeln etwas weiter hoch auf eine Piste und fuhren diese ab. Anschließend ging es zum letzten Mal für uns in das Restaurant an der Piste. Nach dem Essen fuhren wir erneut mit den Gondeln nach oben und meisterten unsere letzten Abfahrten von der Piste. Am Abend schrieben wir dann noch unseren Test und versammelten uns mit der Gruppe, um über die gesamten letzten Tage zu sprechen.

Tag 7 – Rückreise nach Berlin
Die Reise nach Österreich war heute auch leider schon zu Ende und die Rückreise stand an. Nachdem wir sehr früh aufstanden, unsere Bettlacken und Bettdecken etc. abzogen, unseren Müll trennten und anschließend ab 06.30 Uhr frühstückten, war es dann auch um 07.00 Uhr so weit. Noch früh im Dunkeln, auf rutschigem Boden, gingen wir zum Bus und die Koffer wurden in den Reisebus geladen, damit wir dann gegen 08.00 Uhr die Rückfahrt nach Berlin pünktlich aufnehmen konnten. Die Rückreise verbrachten viele mit Unterhaltungen und Spielen. Auch an Musik mangelte es während der langen Reise nicht. Weiterhin erfuhren wir noch auf der Rückreise unsere gesamt Noten für die Fahrt. Und als wir dann um 19.30 Uhr wieder am Ostbahnhof ankamen, endete die Reise „Österreich“ nun auch für uns.

Fazit
Wie man wahrscheinlich unschwer heraus lesen konnte, gefiel uns die Fahrt allen sehr. Wir haben in dieser kurzen Zeit viel Neues auf interessante Art und Weise gelernt und insgesamt hatten wir alle sehr viel Spaß mit der Gruppe. Wir würden die Reise auf jeden Fall uneingeschränkt empfehlen. An dieser Stelle noch mal ein großes Dankeschön vom gesamten Snowboardkurs an Frau Roschke, Herrn Kaiser, Herrn Behrens und Anja, die uns bei dieser Fahrt begleiteten, uns alles beibrachten, teilweise die Sachen 10 mal neu erklärten und trotz allem ständig sehr viel Geduld zeigten.

Halenur Gün

Zurück