Polenfahrt

Familie Moltke

Nun fragt ihr euch wahrscheinlich auch, wer die Familie Moltke war? Bevor ich also über die Tage dort berichte, stelle ich euch die Familie kurz vor. Alle, die es nicht interessiert, können den Abschnitt einfach überspringen und weiter lesen!
Die Familie Moltke, ist einer der Hauptgründe, wieso Kreisau bekannt wurde. Helmuth Karl Berharnd Graf von Moltke, ist Sieger des Preußisch-Österreichischen Krieges (1866) und anschließend auch des Deutsch-Französischen Krieges (1871). Diesen Hof erwarb er damals als Alterssitz.
Jahre später gab es dann noch seinen Urgroßneffen Helmuth James von Moltke, einer der führenden Köpfe des Kreisauer Kreises (Widerstandsgruppe). Um 1942 herum, fanden im Berghaus der Familie, drei geheime Treffen des Kreisauer Kreises statt. Die Teilnehmer sprachen über eine mögliche Zeit nach bzw. ohne Hitler und vieles mehr.
Da man den Kreisauer Kreis natürlich nicht einfach vergessen wollte, errichtete man dann um 1989/1990 die Stiftung Kreisau für europäische Verständigung. Auch im Jahr 1989 fand in Kreisau die deutsch-polnische Versöhnungs-Messe statt, an dem der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl und der damalige polnische Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki teilnahmen. Als 1998 dann die Internationale Jugendbegegnungsstätte Kreisau eröffnet wurde, besucht Kohl diesen Ort wieder.
 
So, dass war jetzt genug Geschichte... Kommen wir nun zum interessanten Teil!

Thema der Reise

Da diese Reise nicht einfach fünf Tage „Urlaub“ für uns sein sollten, hatten wir natürlich auch einen Programm. Gemeinsam mit jeweils 15 Schülern und Schülerinnen aus Melitopol (Ukraine) und Warschau (Polen) führten wir täglich Workshops durch, die übrigens alle auf Englisch stattfanden.

Dabei versuchten wir die anderen beiden Länder, die Kulturen und die Schüler_innen selbst besser kennenzulernen. Bei den Workshops handelte es sich um Themen wie „Kennenlern- und Integrationsspiele“, „Identität“, „Sprachspiele“ und „Was wissen wir über unsere Länder?“.  Natürlich war auch einer unserer Themen der Kreisauer Kreis. Wir bekamen die Möglichkeit ins Berghaus zu gehen, wo das Treffen des Kreisauer Kreises vor Jahren statt fand und unterhielten uns darüber. Außerdem hatten wir auch viel Freizeit und andere Möglichkeiten uns die Zeit zu vertreiben. So fuhren wir mal nach Breslau und erkundeten die Stadt oder machten auch alle gemeinsam einen Sportabend. Wir spielten verschiedene Sachen, wie Fußball, Basketball, Volleyball und Federball. Weiterhin gab es einen internationalen Abend, der allen sehr gut gefallen hat. Jeder hatte die Möglichkeit landestypische Sachen zu präsentieren. Während die polnischen Schüler_innen uns eher ihre landestypischen Gerichte vorstellten und einige Quizze mit uns durchführten, zeigten uns die ukrainischen Schüler_innen einen Tanz, den wir anschließend natürlich auch alle zusammen tanzten. Und das sah auf jeden Fall sehr lustig aus! 
Natürlich gab es zum Abschluss, an unserem letzten Abend auch noch eine Party im Schlosskeller, bei der viel gesungen, geredet, fotografiert und getanzt wurde.

Anfangs machten einige von uns sich viele Gedanken: Werden wir uns dort überhaupt verständigen können? Werden wir uns mit den Schüler*innen verstehen? Oder; eine Woche im Dorf? Kann das überhaupt schön werden? Um eine klare Antwort auf alle Fragen zu geben: JA! Die Zeit im Dorf war wunderschön, wir haben uns mit den Schüler*innen gut verstanden und wenn wir mal einige sprachliche Probleme hatten, half uns der Übersetzer weiter. Wir brauchten ihn jedoch nicht all zu oft.
Es entstanden auch wunderbare Freundschaften zu Leuten, mit denen man teilweise noch Kontakt hat. Rückblickend war es eine der schönsten Zeiten und Erfahrungen die ich gesammelt habe. Hätte ich jetzt noch einmal die Chance dort hin zu fahren, würde ich keine Sekunde zögern!

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